Generator mit Original Kohlen
Ich habe das „Recycling“ von Bauteilen des bei dem Materialbausatz Generator 2W mitgelieferten Elektromotors noch einen Schritt weiter getrieben und verwende nun auch die originalen(!) Kohlehalter.
Motivation war meine Furcht vor den von Ihnen als „heikel“ bezeichneten Arbeitsschritten „Kohle aus Halter entfernen“, „Kohle in Schraubstock einspannen“ und „Kohle durchbohren“. Also habe ich mir gedacht, dass die Kohlen nirgendwo so gut geschützt bleiben wie in ihrer originalen Aufnahme 🤔
Ausserdem finde ich das sehr elastische Federn der ursprünglichen Kohlehalter auch technisch ansprechender als die doch im Vergleich deutlich starrere Halterung wie von Ihnen vorgeschlagen. Nicht zuletzt konserviere ich so das vollständige Verschleissvolumen der Kohlen.
Zum schadlosen Entfernen der originalen Kohlehalter aus ihrer Aufnahme (weisser Kunststoffdeckel) habe ich von aussen jeweils dicht rechts und links neben den Haltern Schlitze in die Kunststoffaufnahme gesägt, den somit nur noch unten verbundenen Steg aus dem Umfang herausgebrochen und konnte so die Halter komplett und unbeschädigt entnehmen:
Die doch von mir umgebogene, der Lötfahne gegenüber liegende Aussenlasche (vermutlich für Kontakt mit Metallgehäuse wg. Funkentstörung) habe ich abgeknipst und den Rest glatt gefeilt. So sieht das Schmuckstück aus:
Es besteht aus drei Teilen:
- dem aus Messing (0.5 mm) gestanzten Grundkörper mit Lötfahne (im Bild bereits platt gebogen, s.u.)
- darauf aufgenietet der aus federhart-gewalztem Kupferblech (0.05 mm) bestehende eigentliche Kohlenhalter
- in den die Kohle in eine selbstsichernde Klemmhalterung eingeschoben ist.
Ursprünglich wies der Grundkörper einen „Knick“ auf, den ich mit einer Spitzzange zuerst aufgebogen, und dann in einer Zange mit parallel spannenden Backen geplättet habe, siehe voriges Bild:
Für die Montage habe ich die Lötfahne in einen kleinen Mechanikerschraubstock eingeklemmt und dann mit Dremel und einem kleinen Kugelfräser Freihand ein erster Löchlein eingefräst, ziemlich genau an der Stelle, an der eine grössere kreisrunde Vertiefung in den Grundkörper eingeprägt war.
Dieses Löchlein habe ich dann so erweitert, dass es sowohl über den M3 Gewindestift des „Abnehmerhalter (Teil 13)“ passte, als auch möglichst zentrisch (in rechts-links Hinsicht) im Grundkörper liegt.
Dann blieb nur noch die Montage. Auch die „Abnehmerbuchse (Teil14)“ verwende ich übrigens mit exakt gleichen Abmessungen wie laut Ihrer Zeichnung vorgegeben. Die Lötfahnen weisen beide nach hinten und können wie geplant verwendet werden. Allerdings würde ich zum Anlöten eines Drähtchens den Halter temporär von Teil 13 abschrauben, um eine thermische Überlastung des Kunststoffteils auszuschliessen.
Christoph Koulen
Über den Autor:
Christoph Koulen beschäftigt sich schon seit jungen Jahren mit Technik und Modellbau. Angefangen mit Kosmos Experimentierkästen, über Flugzeugmodellbau oder das Schrauben an Fahrrädern, später Motorrädern und Oldtimer Traktoren. Seit seiner Pensionierung nach einem überwiegend vor dem Computer verbrachten Berufsleben als Maschinenbauingenieur ist er mit seiner Hinwendung zum Technischen Modellbau zu seinen Wurzeln zurückgekehrt.
Christoph betreibt einen eigenen Blog rund um Technik und Modellbau. Wenn Sie mehr von ihm lesen möchten, finden Sie weitere Inhalte auf seiner persönlichen Website: www.vielzutun.ch
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