Mein Flammenfresser läuft nicht

Oftmals haben wir Kundenanfragen per E-Mail oder am Telefon die uns fragen: „Mein Flammenfresser läuft nicht, was kann ich tun?“ oder „Der Flammenfresser “Nick” will einfach nicht anspringen. Soll ich den Kolben und den Zylindern nochmal drehen?“ Oftmals sind es allerdings nicht die großen Fehler, die einen Vakuummotor nicht laufen lassen sondern nur Kleinigkeiten. Hier finden Sie ein Tutorial wie Sie Ihrem Flammenfresser das Laufen beibringen können. Wir haben für Sie die „beliebtesten“ Probleme zusammengetragen.

Steuerzeit beim Flammenfresser einstellen

Oftmals liegt das einzige Problem in der Einstellung der Steuerzeit. Die Steuerzeit wird bei den meisten Flammenfressern über einen Excenter, der den Einlassschieber ansteuert, eingestellt. Der Schieber sollte den Zylinder schon ca. 30° vor Erreichen des hinteren Totpunkts verschließen. Die heiße Luft kann sich bereits ab dem Zeitpunkt abkühlen, um dann genau im richtigen Moment ein Vakuum zu erzeugen und den Kolben nach vorne zu ziehen. Jeder Modellbau-Flammenfresser reagiert ein wenig anders auf die Einstellung der Steuerzeit (sogar baugleiche Modelle). Die Toleranz bei der Einstellung des Excenters beim Flammenfresser “Nick” beträgt zu Beispiel +-5°. Nach jeder Änderung der Einstellungen erst ein paar Mal anwerfen bevor man wieder etwas verstellt, da gerade die Zylindertemperatur eine wichtige Rolle spielt und der Flammenfresser nicht unbedingt beim ersten Andrehen startet.

 

Der Flammenfresser läuft nicht durch

Flammenfresser “Der große Nick” im lauf

Ein ganz normaler Vorgang ist es, wenn Ihr Flammenfresser gut startet, schnell die Drehzahl erhöht, anschließend immer langsamer wird und eventuell auch stehen bleibt. Nach nochmaligem Anwerfen läuft der Modellmotor kontinuierlich durch. Dieser Effekt entsteht durch Kondenswasser, das eine gewisse Schwergängigkeit verursacht. Wenn das Kondenswasser im Zylinder verdampft ist, läuft der Kolben wieder leicht. Ein Trick das zu vermeiden ist die Flamme anzuzünden und ein paar Minuten zu warten (Kaffee trinken oder Zigarette rauchen – je nach persönlichem Gusto) und erst dann den Motor anzuwerfen. Dadurch ist der Zylinderkopf schon gut durchgewärmt und das Kondenswasser ist dann nicht mehr so ein großes Problem.

 

Mit was den Flammenfresser antreiben?

Brennspiritus hat sich bei uns als Treibstoff für die Vakuummotoren durchgesetzt. Da sich über den Docht die Flammengröße relativ gut regeln lässt. Tipp: Achten Sie beim Kauf von Brennspiritus darauf, das er leicht nach Aceton riecht und nicht wie billiger Obstler. Der Spiritus der nach Aceton riecht, verbrennt fast geruchlos während der Obstlergeruch bleibt. Achten Sie beim Glasfaserdocht darauf, das er so eingestellt ist, das eine kurze breite Flamme entstehen. Eine große Flamme ist nicht unbedingt heißer und besser als eine kleine Flamme.

 

Problemlösung: Der Flammenfresser läuft nicht was nun?

Sollte Ihr Flammenfresser immer noch nicht laufen, müssen Sie sich auf die Suche nach dem Problem machen. An folgenden Stellen können Probleme auftauchen:

  1. Der Motor läuft zu schwer
  2. Spiel Zylinder/Kolben zu groß
  3. Einlassschieber undicht
  4. Auslassventil undicht

Läuft mein Modellbaumotor schwer?

Der Flammenfresser sollte, wenn man ihn anschubst, noch mehrere Umdrehungen nachlaufen und nicht abrupt stehen bleiben. Dabei kommt es natürlich immer auch auf die Größe des Flammenfressers und der Schwungräder an. Ein gutes Indiz für einen leichtgängigen Flammenfresser ist, wenn die Kurbelwelle mit den Schwungrädern nach dem Laufen nicht abrupt stehenbleiben sondern sich auspendeln.

 

Wie finde ich die schwergängige Stelle?

Bauen Sie den Motor komplett auseinander und Stück für Stück wieder zusammen um die schwergängige Stelle ausfindig zu machen. Nach jedem Bauteil das Reibung erzeugen könnte und einzeln montiert wurde, wird die Leichtläufigkeit erneut geprüft. Sollte irgend ein Teil schwergängig laufen, wird das Problem abgestellt.

 

Passt die Kolben- und Zylinderpassung bei meinem Flammenfresser ?

Das finden Sie am besten heraus indem Sie den Zylinder demontieren. Als erstes schieben Sie den Kolben in die Zylinderhülse. Wenn Sie einen Lichtspalt sehen, ist der Kolben zu klein. Sehen Sie keinen Lichtspalt, ist der Kolben in Ordnung. Wenn Sie jetzt die Zylinderhülse aufrecht hinstellen sollte der Kolben selbständig aus der Hülse gleiten. Klemmt der Kolben, ist er noch zu groß. Klemmt er nur an einer Stelle im Zylinder müssen Sie das Zylinderrohr vorsichtig nacharbeiten.

 

Ist der Einlassschieber undicht?

Ob der Einlassschieber dicht ist können Sie sehr einfach prüfen. Testen Sie zuerst die Kompression beim montierten Einlassschieber. Anschließend demontieren Sie den Einlassschieber und verschließen die Bohrung für die Einlassluft des Flammenfressers mit dem Daumen oder einem Stopfen. Jetzt lässt sich einfach prüfen ob die Kompression mit oder ohne Ventil besser ist und an dem Bauteil nachgebessert werden muss.  So.llte das Einlassventil mit dem Einlassschieber undicht sein müssen beide Laufflächen plangeschliffen werden.  im Optimalfall nimmt man dazu eine Glasscheibe und feines Schmiergelleinen. Oftmals kann man schon am Schliffbild sehen ob der Schieber ganzflächig auf gelegen hat.

 

Ist das Auslassventil undicht?

Verfahren Sie bei der Kontrolle des Auslassventils genauso wie beim Einlassschieber. Beim Ausslassventil hat sich bei uns der Einsatz von Grafi-sil Ventilkugel bewährt. Durch ihre Elastizität passen sich die Ventilkugeln immer optimal dem Ventilsitz an und dichten das Auslassventil des Flammenfressers ab.

 

Was für ein Öl bekommt der Flammenfresser

Feinmechanikeröl, Graphit oder Petroleum. Mit allen Dreien lässt sich ein Flammenfresser-Kolben schmieren – aber alle haben auch Nachteile. Das eine ist eventuell zu dickflüssig das andere hinterlässt Ablagerungen im Zylinder des Flammenfressers und das nächste stinkt einem den Hobbykeller voll. Bengs Modellbau hat ein Flammenfresseröl mit folgenden Eigenschaften:

  • Sehr dünnflüssig
  • Es hinterlässt keine Ablagerungen
  • Es ist fast geruchsneutral

Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, dass das Flammenfresseröl ab Temperaturen von ca. 150° verdampft und einen schönen weißen Rauch erzeugt. Das Flammenfresser Öl ist nahezu geruchsneutral und biologisch abbaubar und somit problemlos im technischen Modellbau einsetzbar. Auch um die Lackierung Ihres Flammenfressers müssen Sie sich keine Sorgen machen da das Flammenfresseröl Farben und Lacke nicht angreift.

Der Kolben muss aber nicht zwingend geölt werden. Je nach Größe laufen manche Vakuummotoren besser wenn man sie trocken laufen lässt und den Kolben nur mit ein wenig Graphitpulver schmiert. Nach ein paar Betriebsstunden muss der Kolben allerdings ausgebaut, gereinigt und wieder mit Graphit eingerieben werden. Sehr gut eignet sich auch Graphit als Kolbenmaterial. Graphit hat gute, selbstschmierende Eigenschaften, ist wartungsfrei und sollte nicht geölt werden.

 

Läuft der Flammenfresser leicht genug?

Die Leichtgängigkeit ist eine sehr wichtige Sache beim Flammenfresser – genauso wie beim Stirlingmotor. Wir werden des öfteren am Telefon gefragt: “Wie leicht muss eigentlich ein Vakuummotor laufen?“ Das ist natürlich am Telefon sehr schwer zu erklären. Darum haben wir hier ein Video eingestellt, in dem man sehr gut sehen kann, wie leicht ein Modellbau Flammenfresser laufen sollte. Der Flammenfresser (in diesem Fall “Der große Nick”) wird mit dem Finger leicht in Schwung gebracht und Sie können beobachten, wie er langsam ausläuft. Der Brenner ist natürlich nicht an. Optimal ist es, wenn die Kurbelwelle auspendelt.