Flammenfresser / Vakuummotor "Der große Nick"

Auf dieser Seite finden sie den Text der Bauanleitung für den Flammenfresser „Der große Nick“ von Bengs Modellbau. Wir haben den Text für Sie hier online gestellt so das sie sich im voraus schon einmal mit unserem Flammenfresser Modell vertraut machen können. Natürlich bekommen sie beim kauf des Modells „Der große Nick“ eine gedruckte der Bauanleitung mitgeliefert. In der mitgelieferten ausgedruckten Bauanleitung sind noch zusätzlich Detailzeichnungen um das Verstehen zu erleichtern.

Hier geht es zum Materialbausatz Flammenfresser "Der große Nick"



Fertigmodell Flammenfresser Der große Nick 



Flammenfresser "Der Große Nick" Bauanleitung

Alle zum Bau des Flammenfressers erforderlichen Materialien (Schrauben und Federelemente) sind im Bausatz enthalten.
Zum Bau des Flammenfressers wird eine mittelgroße Drehmaschine, eine Ständerbohrmaschine sowie ein Gasbrenner zum Weichlöten größerer Teile und ein Brenner zum Hartlöten von Kleinteilen benötigt. Des weiteren ist noch Handwerkzeug, welches sich in jeder „Dampfmaschinenwerkstatt“ befinden sollte, (Gewindebohrer M2, M3, M4, M8x0,75 Schneideisen M3, M4, M8x0,75 Reibahle 3H7, 4H7, 6H7, 10H7, Feilen, Bohrerset) von Nöten.



Grundplatte

Die Grundplatte (1) wird auf Maß gefeilt, angerissen und gebohrt. Anschließend werden die Gewinde geschnitten.

Die Lagerböcke (2 & 3) sind bereits fertig gefräst. Sie müssen nur noch gebohrt werden. Die beiden Kurbelwellen (4 & 5) werden mit der Drehbank auf Länge gebracht. Dann schiebt man die aufgeriebenen und gut gesenkten Kurbelplatten (6) auf die lange Welle. Die kurze Welle (5) schiebt man in die zweite Bohrung und richtet die so entstandene Kurbel mittig aus. Wenn dann alles weich verlötet ist, sägt man das Mittelstück der langen Welle heraus.
!!!Kurbelwelle auf keinen Fall hart löten !!! Verzug !!!




Zylinderhalter

Um den Zylinderhalter (25) zusammen zu bauen entgratet man als erstes alle dafür benötigten Teile. Die Bohrungen in der Fussplatte werden angerissen und gebohrt. Das spätere “Dach” glüht man mit einer Hartlötflamme aus und passt es dem Radius der Anschlussplatte an. Danach wird alles weich verlötet und anschließend gereinigt. Um den Zylinderhalter (25) an der Grundplatte (1) zu befestigen sägt man Gewindestangen auf Länge, entgratet und klebt sie mit Schraubenkleber ein. Anschließend können die Teile mit Modellbaumuttern angeschraubt werden. Die empfohlene Gewindestangenlänge finden sie in der Gesamtansicht auf der letzen Seite.


Schiebergestänge

Zuerst bohrt man das 3,1mm Loch in den Schieberhebel (11) und verlötet diesen mit der Schieberbuchse (17). Das Kugellager (56) wird vorsichtig in den Lagerring (11) eingepresst oder geklebt und mit einer Modellbaumutter und einer Unterlegscheibe an das Schiebergestänge angeschraubt. Denn Schieberhebel (11) der den Schieber führt verlöten wir mit der Schieberbuchse II (18). Hier darauf achten das man die M3 Gewindebohrung schon vor dem verlöten anfertigt und die beiden Teile so zusammenlötet das man beim montieren die Madenschrauben noch anziehen kann. Mit der Fixierbuchse (16) fixiert man die Schieberwelle (14) so das sie nicht mehr seitwärts wandern kann.


Kolben

Für das Gelenkteil 2 (22) ist ein Vierbackenfutter optimal. Falls man keines besitzt, kann man sich mit einer einfachen Spannzange helfen. In ein Reststück Durchmesser min. 12mm (nicht im Bausatz enthalten) bohrt man ein 8,5mm Loch und sägt die so entstandene Buchse der Länge nach auf. In das 8,5mm Loch passt der 6mm Vierkant des Gelenkteils 2 (22) stramm rein und somit auch in ein Dreibackenfutter. Die Kolbenstange (20) wird in das Gelenkteil 2 geschraubt und wahlweise eingelötet oder geklebt. Mit dem Gelenkbolzen (23) verbindet man dann beide Gelenkteile. Die Gelenkstücke müssen sich leicht bewegen lassen. Danach Kolbenstange (20) in Pleuel (19) mit Schraubenkleber einkleben oder löten. Dabei unbedingt die Stellung beachten. Der Kolben (24) sollte sich leicht im Zylinder bewegen lassen aber trotzdem noch eine gute Kompression haben. Zum Versuchen ist genug Material dabei, um 3 Kolben zu drehen.



Zylinderrohr

Das Zylinderrohr (27) wird an beiden Seiten mir der Drehmaschine vorsichtig plangedreht. Danach bohrt man die Löcher für die beiden Lötbuchsen und den Öler. Beim Bohren des dünnwandigen Rohrs ist äußerste Vorsicht geboten! Spiralbohrer neigen dazu sich in das Material zu reißen. Am besten schraubt man den Schraubstock fest auf den Bohrmaschinentisch und bohrt dann mit einem 3-Schneiden Fräser das Loch in das Zylinderrohr. Nach dem Einlöten der Lötbuchsen muss man eventuell überstehendes Lot im Inneren des Rohrs entfernen. Wichtig ist besonders dass, das Rohr innen absolut gratfrei ist, da sonst die Gefahr besteht, das die O-Ringe zerstört werden können.



Zylinderhalter vom Flammenfresser "Der große Nick" 



Zylinder

Der Zylinder (26) ist sicherlich das anspruchsvollste Teil.
Hier kommt es besonders auf Sorgfalt und Genauigkeit an. Bei der Zylinderbohrung ist im Grunde nur eine möglichst gute Oberfläche wichtig, das Maß ist zweitrangig. Den Kolben (18) kann man später anpassen.

Für die M3 Bohrungen im Zylinder kann man den Zylinderhalter als Schablone benutzen. Das gleiche gilt für die Bohrungen im Zylinderkopf. Beim Bohren der Gewindelöcher unbedingt Tiefenanschlag benutzen damit man nicht bis in Kühlwasserreservoir durchbohrt. Um an den Zylinder (26) den Zylinderhalter (25) und Zylinderkopf (28) zu befestigen sägt man Gewindestangen auf Länge und klebt sie mit Schraubenkleber ein. Anschließend können die Teile mit Modellbaumuttern angeschraubt werden. Die empfohlene Gewindestangenlänge finden sie in der Gesamtansicht auf der letzen Seite.

Der Zylinderkopf (28) wird auf Maß gedreht, abgefeilt und gebohrt. Bei der 6mm vertikalen Bohrung ist darauf zu achten, dass die Bohrung sehr sauber gesenkt wird, da das der Kugelsitz des Auslassventils ist. Zum Schluss schraubt man Zylinder (26), Zylinderkopf (28) und Zylinderkopfdeckel (29) zusammen.

Das Schieberblech (30) muss leichtgängig in den Zylinderkopf (28) eingepasst werden. Schieberblech (30) und Zylinderkopf (28) sollten mit feiner Schleifpaste auf einer planen Fläche poliert werden. Dies erhöht die Dichtigkeit.


Schornstein

Beim Schornstein wird das Ende mit einem Körner oder ähnlichem aufgeweitet. Der Auspuff wird hart gelötet, da er sonst im Betrieb auseinander fallen würde. Nach dem Löten sollte der Abluftdom (33) von innen ausgeschliffen werden, um Lotreste und das überstehende Ende vom Schornsteinknie (34) zu entfernen, so dass sich die Ventilkugel im Betrieb nicht verkeilen kann.


Schwungrad

Bei den Schwungrädern ist zu beachten, dass sie nicht aus Grauguss sondern aus Stahlguss hergestellt sind. Der Vorteil dieses Materials ist, dass das Werkstück eine sehr hohe Qualität und Maßhaltigkeit hat. Lunker sind so gut wie ausgeschlossen. Stahlguss neigt allerdings mehr zum Fließspan. Ein weiterer Vorteil: Durch den geringeren Graphitanteil im Material macht es weitaus weniger Dreck als Grauguss.
Das Schwungrad wird beim “großen Nick” mit Spannbuchsen befestigt. Die Spannbuchsen bestehen aus einem Innen-(43) und Außenteil(42). Die beiden Teile werden gedreht und gebohrt Anschließend beide Teile mit einer Metallsäge schlitzen. Wenn man beide Teile ineinander schiebt sollte noch ein Spalt von 1mm bleiben. Der Spalt wird benötigt damit die Spannbuchsen sich gegeneinander verspannen können. Die montierten Spannbuchsen werden in die dafür gedrehte Aussparung das Schwungrades geschoben und die Modelbauschrauben (49) angezogen. Jetzt sitzt das Schwungrad fest auf der Kurbelwelle. Zum Lösen der Spannbuchsen entfernt man die Modellbauschrauben und schraubt zwei der Schrauben in die Gewindelöcher der Spannbuchse innen (43) ein.



Lagerbock, Pleustange, Kurbelwelle und Schwungrad 



Brenner

Als erstes fertigt man alle Teile gemäß der Zeichnung an. Die Teile, die bereits gefräst sind, müssen teilweise noch gebohrt, entgratet, gerieben und gesenkt werden. Die Drehteile 7 und 8 werden jeweils 2 mal benötigt einmal mit und einmal ohne Bohrung.

Beim Tank ist darauf zu achten, dass man als erstes die Deckel einlötet und abdreht. Erst dann die Dochtbuchse und Einfüllstutzen einpressen und verlöten. Jetzt steckt man den komplett geputzten Brenner zusammen und verlötet ihn mit wenig Weichlot.

Die Scherenwellen mit Bohrung werden nicht verlötet. Den Hohlniet muss man erst mit einem Brenner weichglühen, dann in die Scheren einschieben und die Enden mit einem Körner vorsichtig aufweiten (die Schere muss von allein zusammensacken).

Als letztes bohrt man das M3 Gewinde in das Handrad und spannt es sich auf ein M3 Gewinde in die Drehbank, so dass die Außenseiten abgerundet werden können. Jetzt schraubt man die Modellbaumutter auf die Verstellspindel dann die Distanzbuchse und das Handrad. Zur Sicherheit wird alles komplett verlötet verfahren Sie bei der Schlittenspindel ebenso. Der Docht ist ein Glasfaserdocht der nicht verbrennt.

Die Schlittenspindel wird auf der Gegenseite mit Modellbaumuttern fixiert und gekontert.



Spiritusbrenner Flammenfresser "Der große Nick" 



Bei der Montage ist darauf zu achten, dass alle beweglichen Teile absolut leichtgängig miteinander laufen. Da der Flammenfresser sehr wenig überschüssige Kraft hat, sollte man es ihm so leicht wie möglich machen.

Einlaufen, Einstellungen, Problemsuche und Betrieb

Falls der Flammenfresser beim ersten Versuch nicht läuft bitte nicht verzweifeln. Hier gibt es ein paar Tipps und Tricks.





Einstellungen

Man hat die Möglichkeit die Steuerzeit über den Excenter einzustellen. In der Skizze sieht man den Bereich in dem das Schieberblech die Schließbewegung beenden sollte. Der Zylinder ist also schon ca. 30° vor Erreichen des hinteren Totpunkts verschlossen. Jetzt kühlt sich die heiße Luft bereits ab, um dann im richtigen Moment ein Vakuum zu bilden. Man kann natürlich hier noch ein wenig nachjustieren. Jeder Motor ist ein wenig anders. Der Motor startet nicht unbedingt beim ersten Andrehen. Also erst ein paar Mal versuchen bevor man etwas verstellt, da gerade die Zylindertemperatur eine wichtige Rolle spielt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Docht. Er sollte nur ca. 5mm aus der Buchse rausschauen und buschig sein. Somit sollte eine kurze breite Flamme entstehen. Eine große Flamme ist nicht umbedingt heißer als eine kleine. Als Brennstoff nutzt man ausschließlich Brennspiritus.

Problemlösung

Sollte Ihr Flammenfresser immer noch nicht laufen,
müssen Sie sich auf die Suche nach dem Problem
machen. Es gibt folgende Möglichkeiten:

1. Der Motor läuft zu schwer
2. Spiel Zylinder/ Kolben zu groß
3. Auslassventil undicht
4. Einlassschieber undicht

Der Motor sollte, wenn man ihn anschubst, noch 2-3 Umdrehungen nachlaufen und nicht abrupt stehen bleiben. Um eine schwergängige Stelle ausfindig zu machen baut man den Motor auseinander und Stück für Stück wieder zusammen. Nach jedem Teil wird der Leichtlauf geprüft.Bei den Punkten 2, 3 und 4 können Sie nach und nach prüfen wo das Problem ist, indem man als erstes Zylinderkopfdeckel und Zylinderkopf abschraubt. Wenn man jetzt den Daumen auf die Zylinderbohrung legt und am Schwungrad dreht kann man feststellen, ob der Kolben Kompression hat. Er sollte den erzeugten Unterdruck einige Sekunden halten. Als nächstes wird nur der Zylinderdeckel angeschraubt. Jetzt wird auf gleiche Weise überprüft, ob Auslassventil oder Einlassschieber tadellos funktionieren.

Betrieb

Der Flammenfresser sollte ausschließlich mit Brennspiritus befeuert werden und mit leichtem Öl (Nähmaschinenöl aus dem Baumarkt) geschmiert werden. Der Kolben muss nicht zwingend geölt werden. Es hat sich bewährt ihn trocken laufen zu lassen und nur mit ein wenig Grafitpulver zu schmieren. Wichtig ist, das sich im Betrieb nie Öl auf dem Schieber befindet, dies lässt ihn schwergängig gehen und er kann festbrennen. Der Motor läuft ca. 15 bis 20min. Irgendwann wird der Zylinder zu heiß und das Kühlwasser beginnt zu kochen, dann sollte man denn Flammenfresser ausstellen. Wenn er sich wieder abgekühlt hat, kann es wieder los gehen.



Viel Spaß mit Ihrem selbst gebauten Flammenfresser!

Hier geht es zum Materialbausatz Flammenfresser "Der große Nick"